Konzerte - Label - Verlag

Black is the Colour

T+M: Trad. Schottland, 17. Jh.

Black is the colour of my true love’s hair,
his face is like a rose so fair,
he has the purest eyes and the gentlest hands,
I love the ground whereon he stands.

I love my love and well he knows
I love the ground whereon he goes,
I wish the day it soon would come,
when he and I could be as one.

I go to the Clyde and I mourn and weep,
for satisfied I could never sleep.
I write him a letter, just a few short lines,
and suffer death a thousand times.

Drei Vaganten

T: Nach Nikolaus Lenau, 1838
M: Friederike Weyrauch, 2013

Drei Vaganten fand ich einmal liegen an einer Weide,
wie mein Fuhrwerk mit müder Qual schlich durch sandige Heide.
Hielt der eine für sich allein in den Händen die Fiedel,
spielte umglüht vom Abendschein sich ein feuriges Liedel.

Hielt der zweite die Pfeif’ im Mund, blickte nach seinem Rauche,
froh, als ob er vom Erdenrund nichts zum Glücke mehr brauche.
Und der dritte behaglich schlief, und sein Cymbal am Baum hing,
über die Saiten der Windhauch lief, über sein Herz ein Traum ging.

An den Kleidern trugen die drei Löcher und bunte Flicken,
aber sie boten trotzig und frei Spott allen Erdengeschicken.
Dreifach haben sie mir gezeigt, wenn das Leben uns nachtet,
Wie man’s verraucht, verschläft, vergeigt und es dreimal verachtet.

Nach den Vaganten lange noch schaun mußt’ ich im Weiterfahren,
nach den Gesichtern dunkelbraun, nach den schwarzlockigen Haaren.

Es führt über den Main

T: Trad. Deutschland, 13. Jh.  M: Felicitas Kukuck, 20. Jhdt.  Arr. und „Brücken-Polka“ von Friederike Weyrauch, 2012

Es führt über den Main eine Brücke von Stein.
Wer darüber will gehen, muß im Tanze sich drehn.
Kommt ein Fuhrmann daher, hat geladen gar schwer,
seiner Rösser sind drei und sie tanzen vorbei.

Und ein Bursch ohne Schuh’ und in Lumpen dazu,
als die Brücke er sah, ei, wie tanzte er da !
Kommt ein Mädchen allein auf die Brücke von Stein,
faßt ihr Röckchen geschwind und sie tanzt wie der Wind.

Und der König in Person steigt herab von seinem Thron,
kaum betritt er das Brett, tanzt er gleich Menuett.
Liebe Leute herbei, schlagt die Brücke entzwei !
Und sie schwangen das Beil und sie tanzten derweil.

Alle Leute im Land kommen eilig gerannt:
Bleibt der Brücke doch fern, denn wir tanzen so gern !
Es führt über den Main eine Brücke von Stein,
komm, wir fassen die Händ’ und wir tanzen ohn’ End,
falalalala, falalala.

Es freit ein wilder Wassermann

T+M: Trad. Deutschland, 19. Jh.

Es freit ein wilder Wassermann auf der Burg wohl über dem See.
Des Königs Tochter will er han, die schöne, junge Lilofee.

Sie hörte drunten die Glocken gehen, im tiefen, tiefen See,
wollt’ Vater und Mutter wiedersehn, die schöne, junge Lilofee.

Und als sie vor dem Tore stand auf der Burg wohl über dem See,
da neigt’ sich Laub und grünes Gras vor der schönen, jungen Lilofee.

Und als sie aus der Kirche kam von der Burg wohl über dem See,
da stand der wilde Wassermann vor der schönen, jungen Lilofee.

Sag, willst Du mit mir hinuntergehn, in den tiefen, tiefen See,
Deine Kindlein unten weinen nach Dir, Du schöne, junge Lilofee.

Und eh’ ich die Kindlein weinen laß im tiefen, tiefen See,
scheid’ ich von Laub und grünem Gras, ich arme junge Lilofee.

Insel der kleinen Dinge

T: Friederike Weyrauch, 2016
M: Friederike Weyrauch, 2011

Kleine Insel schönster Schätze,
Dich trag ich immer in meinem Sinn.
Feine Dinge, liebliche Plätze
bietest Du mir, wo ich auch bin.
Düfte, Farben, Töne, Worte,
Blicke, Lächeln, Träume und Feen,
Kräuter, Bäume, geheime Orte,
doch nur ich kann sie vor mir sehn.

Elfen singen Zauberweisen,
tanzen im Mondlicht durch dunklen Hain,
schweben hell auf  Tages Reisen,
wollen des Mittags Spiegel sein.
Nöck, Merlin und Harfenspieler,
alle finden sich im Rund,
Quellenrauschen und bunt' Gefieder
klingen hier zu jeder Stund'.

O kum shoin stiler Ovnt

T+M: Trad. jiddisch, 19. Jh.

O kum shoin stiler ovnt un vig di felder ain,
mir zingen dir a loiblid, o liber ovntshain.

Vi shtil es is gevorn, es vert di luft shoin kalt,
zain lid hot shoin farendig der nachtigal in vald.

S’vert tunkeler di lonke, es kumt di nacht tzugein,
di vaisinke berioze blaibt shtein in feld alein.

Homecoming Sailor

T: Dorothy Hewett, 1963
M: Friederike Weyrauch, 2015
Enthält „Homecoming Jig“ von Friederike Weyrauch

Oh , Cock of the North, with a dream in his hand,
My love has come home to this beautiful land.
He bursts through the door with his eyes like the sun,
And his kitbag crammed full of the treasures he’s won.

A coral from Broome and a tall Darwin tale,
A pearl and a clam and the jaws of a whale.
My kitchen is filled with the smell of the sea
And the leaping green fishes my love brings to me.

Oh tumble your treasures from Darwin and Broome,
And fill with their glory this straight little room.
With the sun of the morning ablaze on his chest,
Oh, my love has come home from the north of north-west.

And deep in our bed we will lie and we’ll be,
We’ll kiss and we’ll listen to the rain on the sea,
Warm as the summer, we’ve lived winter long,
Oh, my love has come home like King Salomon’s song.

Schabab

T+M: Georg Grünwald, 16. Jh.

Gut G’sell und Du mußt wandern, Dein Schätzel liebt ein’ andern,
Die ich geliebet hab, bei der bin ich Schabab.
Kann Dir’s nit gnugsam klagen, mein’ Schmerz und auch mein’ Pein,
ich hoff jedoch, es wird sich noch an ihr selbst rächen fein.

Nun fahre, was nit bleiben will, es sind der Mütter Kinder viel.
Ist eine mir beschert, von Herzen zugekehrt.
In rechten, guten Tagen, nicht wie ein falsches Kind,
sondern gerecht, ganz unverschmäht, ich mich mit ihr verbind’.

Doch reut mich noch das Mägdelein, dieweil es ist so zart und fein,
daß sie ihr’ junge Tag’ verzehren soll in Klag’
mit einem alten Mann, der niemals Freud’ ihr macht,
sondern sauer sieht und stetig kriegt, des Jahrs nur einmal lacht.

Also muß ich mich scheiden hin, und ob ich jetzt gleich traurig bin,
nach trübselger Zeit kommt gerne wieder Freud.
Wenn Gott, der Herr läßt scheinen sein’ liebe, helle Sonn’
Im grünen Wald, alsdann kommt bald auch wieder Freud und Wonn’.

Silbertau

T: Friederike Weyrauch, 1990
M: Friederike Weyrauch, 2015
Übersetzung ins Italienische von Friederike Weyrauch

Silberne Tautropfen perlen morgens
auf Blütenblätter und rosige Wangen,
perlen auf Zweige und singende Vögel,
auf wache Augen und weinende Mütter,
perlen auf Burgtürme, einsame Wanderer,
Wächter, verlassene Terrassen,
perlen auf Grabsteine, Kreuze an Wegrändern,
Hüter von Kostbarkeiten.

Silberne Tautropfen perlen morgens
auf erste, sachte sich öffnende Fenster,
perlen im Herzen der Liebenden, schimmern
in ihren sanften Gedanken des Morgens.
Silberne Tautropfen perlen morgens
auf Blüten und atmende Gräser,
perlen im Herzen der Liebenden,
funkeln in ihren Gedanken des Morgens.

.................................................................

Mattino

Il mattino argentea rugiada
imperla petali e rosee guance,
imperla rami ed uccelli cantanti,
gli occhi svegli di piangenti madri,
imperla torrioni e solitari viandanti,
guardiani e deserte terrazze,
imperla pietre tombali e croci,
custodi di ricchezze.

Il mattino argentea rugiada
imperla finestre che piano si aprono,
imperla i cuori degli amanti,
i loro dolci pensieri del mattino.
Il mattino argentea rugiada
imperla fiori ed erbe odoranti,
imperla i cuori degli amanti,
i loro pensieri come diamanti.

Song for Ireland

T+M: Phil Colclough, 1982

Walking all the day near tall towers where falcons build their nests.
Silverwinged they fly, they know the call of freedom in their breasts.
Saw Black Head against the sky, where twisted rocks run down to the sea.
Living on your western shore, saw summer sunsets, asked for more,
I stood by your Atlantic Sea and sang a song for Ireland.

Talking all the day with true friends who try to make you stay,
Telling jokes and news, singing songs to pass the night away.
Watched the Galway salmon run, like silver, dancing, darting in the sun.

Drinking all the day, in old pubs where fiddlers love to play.
Saw one touch the bow, he played a reel which seemed so grand and gay.
Stood on Dingle Beach and cast, in wild foam we found Atlantic bass.

Dreaming in the night, I saw a land where no-one had to fight.
Waking in your dawn, I saw you crying in the morning light.
Lying where the falcons fly, they twist and turn all in your airblue sky.
Living on your western shore, saw summer sunsets, asked for more,
I stood by your Atlantic Sea and sang a song for Ireland.

Staines Morris

T: Robert Cox, ca. 1656
M: Trad. England, 16. Jh.

Come ye young men, come along, with your music, dance and song.
Bring your lasses in your hands, for ‘tis that which love commands.
Then to the maypole haste away, for ‘tis now our holiday.

‘Tis the choice time of the year, for the violets now appear.
Now the rose receives its birth and the pretty primrose decks the earth.

And when you well reckoned have what kisses you your sweethearts gave,
Take them all again and more, it will never make them poor.

When you thus have spent your time till the day be past its prime,
To your beds repair at night and dream there of your day’s delight.

The Gentle Maiden

T: Trad. Irland, 19. Jh.
M: Trad. Irland, 18. Jh.

An angel, the purest of all,
lovely and fair as a flower in may,
the Gentle Maiden she's called,
here and wherever she takes her way.

Her eyes have the glance of sunlight,
as it brightens the blue sea wave,
and more than a treasure of gold,
only the love of her heart I crave.

Apart from my darling and far,
still will I dream of her everywhere,
the sound of her voice is around,
even the spell of her presence there.

And whether my prayers be granted,
or whether she pass me by,
the charm of that maiden so kind
always will follow me till I die.

The Great Storm is Over

T+M: Bob Franke, 1982

Thunder and lightning gave voice to the night,
The little lame child cried out in her fright,
Hush little baby, a story I’ll tell
of a love that vanquished the powers of hell.
Hallelujah, the great storm is over, lift up your wings and fly.

Freedom in the air and justice in the wind,
Laughter in the house where the mourners have been,
The little lame children will dance as they sing
And play with the lions and the bear in the spring.

Release for the captives and end to the wars,
New streams in the deserts, new hope for the poor,
The deaf will have music, the blind have new eyes,
Standards of death taken down by surprise.

Hush, little baby, let go of your fears,
The Lord loves his own and your Mama is here,
The child fell asleep as the lantern did burn,
The mother sang on till her bridegroom’s return.
Hallelujah, the great storm is over, lift up your wings and fly.

Three Ravens

England, ca. 1600

There were three ravens sat on a tree, they were as black as black might be.
The one of them said to his mate: Where shall we our  breakfast take ?

Down in yonder green field there lies a knight slain ‘neath his shield.
 His hounds they lie down at his feet, so well they do their master keep.

His hawks they fly so eagerly, no other fowl dare come him nigh.
Down there comes a fallow doe, as great with young as might she go.

She lifted up his bloody head and kissed his wounds that were so red.
She got him up upon her back and carried him to earthen lake.

She buried him before the prime, was dead herself ere even song time.
God send every gentleman such hounds, such hawks and such a leman.

Trâgnala Rumjana

Trad. Bulgarien

Trâgnala Rumjana, za voda studena,
vse sutrin rano po ladovina, vse vecer kâsno po mesecina.

Nasresta ide edno ludo mlado,
toj na Rumjana tihom govori.

Ja kazi Rumjano, kakvo da di storja ?
Kitki da ti zema, drugi ste naberes.

Stomni da ti scupja, drugi ste si kupis,
hem po-ubavi, hem po-sareni.

Ja togaz Rumjano, daj da te celuna,
ce celuvkata se s pari ne kupuva.

Ce celuvkata e mehlem na sârceto,
mehlem na sârceto, balsam na dusata.

 

Um Mitternacht

T: Eduard Mörike, 19. Jh.
M: Friederike Weyrauch, 2012

Gelassen steigt die Nacht ans Land,
lehnt träumend an der Berge Wand.
Ihr Auge sieht die goldne Waage nun
der Zeit in gleichen Schalen stille ruhn.
Und kecker rauschen die Quellen hervor,
sie singen der Mutter, der Nacht, ins Ohr
Vom Tage, vom heute gewesenen Tage.

Das uralt alte Schlummerlied,
sie achtet’s nicht, sie ist es müd.
Ihr klingt des Himmels Bläue süßer noch,
der flüchtgen Stunden gleichgeschwungnes Joch.
Doch immer behalten die Quellen das Wort,
es singen die Wasser im Schlafe noch fort
Vom Tage, vom heute gewesenen Tage.

Xekina mja psaropoula

Trad. Griechenland

Xekina mja psaropoula ap’ to jalo.
Xekina mja psaropoula, ap’tin Idra tin mikrula,
kje pijeni ja sfugarja, olo jalo.

Echi mesa palikarja ap‘ to jalo.
Echi mesa palikarja pu vutane ja sfugarja,
juses ke margaritaria ap‘ to jalo.

Ja chara sas palikarja kie sto kalo.
Ja chara sas palikarja, na mas ferete sfugarja,
juses ki‘ omorfa koralia ap‘ to jalo.

Echi Simnious ke Kalimnious ap' to jalo.
Echi Idreous ke Poriotes, ejinites ke Spetziotes,
poune oli palikarja, mes sto jalo.

 

Zahlen und Figuren

T: Novalis, 1800
M: Friederike Weyrauch, 2014
Übersetzung ins Italienische von Friederike Weyrauch

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren sind Schlüssel aller Kreaturen,
wenn die, so singen oder küssen, mehr als die Tiefgelehrten wissen,

Wenn sich die Welt ins freie Leben und in die Welt wird zurückbegeben,
wenn dann sich wieder Licht und Schatten zu echter Klarheit werden gatten,

Und man in Märchen und Gedichten erkennt die wahren Weltgeschichten,
dann fliegt vor einem geheimen Wort das ganze verkehrte Wesen fort.


...........................................................................................................................


Cifre e figure

Quando cifre e figure non son più chiavi delle creature,
quando cantanti ed amanti sarann' più saggi degli eruditi,

quando il mondo giunge libera vita e poi ritornerà nel mondo,
quando si sposano luce ed ombra per poi formare vera chiarezza,

quando in favole e poesie si scoprono le vere storie del mondo,
allora sfugge da una parola segreta tutta l'essenza rovesciata.

Zorongo

Federico García Lorca, 20. Jh.

Las manos de mi carino te estan bordando una capa
con agremán de alhelies y con esclavinas de agua.

Cuando fuiste, novio mio por la primavera blanca,
los cascos de tu caballo cuatro sollozos de plata.

La luna es un pozo chico, las flores no valen nada,
lo que valen son tus brazos cuando de noche me abrazas.

Tengo los ojos azules, tengo los ojos azules,
y el corazoncito igual que la cresta de la lumbre.

De noche me salgo al campo y me harto de llorar
de ver que te quiero tanto y tú no me quieres ná.

La luna es un pozo chico, las flores no valen nada,
lo que valen son tus brazos cuando de noche me abrazas.

Este gitano está loco, loco que le van a atar;
que lo que suena de noche quiere que sea verdad.

Veinticuatro horas del dia, veinticuatro horas que tiene,
si tuviera veintisiete, tres horas más te querria.

La luna es un pozo chico, las flores no valen nada,
lo que valen son tus brazos cuando de noche me abrazas.